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opel hat das erste raketenauto der welt gebaut. opel???

„was´n das?“
„ein raketenauto“
„da steht opel drauf. opel baut keine raketen“
„heute nicht, früher schon“
„alter…das ding ist total abgefahren! was wollten die damit?“

ich führe ein gespräch mit mir selbst. grund dafür ist das glänzende, schwarze   d i n g   mit 4 rädern,  zig düsen und zwei flügeln, vor dem ich gerade stehe: ein raketenauto. eines, an dessen seiten die worte „opel“ und „rak 2“ in zeitlos eleganten, weißen lettern geschrieben stehen. größe, anordnung und laufweite der buchstaben sind so gewählt, sich der schriftzug in den kurzen flügeln, die seitlich am fahrzeug herausragen, spiegelt. typografie am auto. das ist ganz weit vorne. hätte ich nicht von opel erwartet.

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die schwarze opel rakete – ein nachbau des orginals – steht mitten in der eventhalle der classic remise in düsseldorf und ist die hauptattraktion beim alljährlichen herbstfest.  fahrzeug und  gebäude entstanden in derselben ära:  rak2, 1928, der ehemalige ringlokschuppen, in dem wir uns befinden, zwischen 1929 und 1931.

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fast alles da: raketenauto, raketenmotorrad, raketenflugzeug.

warum so ein fahrzeug existiert? um geschwindigkeitsrekorde zu erreichen. „raketen-fritz“, wie fritz von opel, enkel des firmengründers adam opel genannt wurde, wollte allerdings mehr: bemannte raumfahrt. um dorthin zu gelangen, mussten antriebe zuerst auf der erde an verschiedene fahrzeuge montiert und getestet werden.

für den begeisterten rennfahrer und leiter der abteilung versuchswesen und pr lag es nahe, diese versuche öffentlichkeitstauglich für opel zu inszenieren. in berlin absolviert der rak2 im mai 1928 seine rekordfahrt auf der avus vor 2000 geladenen gästen. raketen-fritz hat 120 kilo sprengstoff im rücken, die ihn und das obskure gefährt mit den 24 eisenröhren und zahllosen drähten am heck auf 238 kmh beschleunigen. rauch, feuer, lärm: für die anwesenden gäste war´s ne beeindruckende show.


238km/h auf der avus. streckenrekord 1928

es bleibt nicht bei autos. von opel montiert raketen an schienenfahrzeuge, flugzeuge und motrräder. seine raketenexperimente enden 1929 mit dem verkauf von opel an general motors. gm will autos bauen, nicht ins all fliegen.

ins all fliegen wollte neben fritz von opel übrigens noch ein anderer: max valier. valier war mitglied des „vereins für raumschiffahrt“ und an der entwicklung der raketenautos rak1 und rak2 beteiligt. die mitglieder des vereins (u.a. oberth, von braun, sänger) zählen heute zu den pionieren der raumfahrt. dass die adam opel ag in rüsselsheim ebenfalls zu den wegbereitern des raumflugs gehört, dürfte allerdings nur den wenigsten bekannt sein.

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wtf?

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tv beitrag auf sat1 über den rak2 in der classic remise