easy-credit mini von julian turner

autos mit werbefolien zu bekleben erfreut sich großer beliebtheit. actuallyidontknowanythingaboutcars stellt den provokanten und mit einem sonderpreis gekürten gestaltungsvorschlag des künstlers julian turner vor.

haut, wände, autos: freie flächen animieren die phantasie der menschen. die einen leben darauf ihre künstlerischen empfindungen aus, die anderen ihren geschäftssinn. was passiert, wenn es zu einer kunst-business-kernschmelze auf der aussenhaut eines minis kommt, zeigt der entwurf des hamburgers julian turner. turner ist schüler der klasse amelie von wulffen und studiert an der akademie der bildenden künste in wien.

actuallyidontknowanytingaboutcars hat nachgefragt, wie es zu dem krassen easy-credit-mini kam. hier die fragen und antworten mit julian turner.

„julian, wie kommt es dazu, dass sich ein künstler mit kfz- folienwerbung für finanzdienstleister beschäftigt?“

„das war eigentlich eine ausschreibung von easycredit, es ging darum ihre dienstwagen zu gestalten. die ausschreibung war ausgesprochen werbefuzzimäßig formuliert, sie haben die künstler angeregt, „die thematik der bewegung – sowohl des autos und dessen spezifika als auch die bewegung, die easycredit mit seinen produktmerkmalen in den markt bringt – kreativ auszudrücken.

dass das folien sein sollten, kam mir sehr entgegen, weil ich schon seit einiger zeit eine sammlung von komischen selbstgebastelten werbungen und kruder abbildungsästhetik aufgebaut hatte. also bin ich von dem material ausgegangen und habe alles auf das auto gepappt – hauptsache viel, und mit allen fehlern die grafik-designern die haare zu berg stehen lassen.“

„political correctness ahoi: fühlten sich kebabhändler oder ausländerverbände diskrimiert?“

„die kebabhändler sind da ziemlich offenherzig, ich hatte einen stand fotografiert, auf dem uma thurman in kill-bill-aufmachung am spieß rumschneidet. der besitzer kam raus, und ich erwartete das übliche „was machen sie da?“ bzw. „ich ruf die polizei“, aber er meinte nur „cool, oder?“.

„dein entwurf ist für ein finanzprodukt und nichts ist spießiger als eine bank – wie hat die jury auf deine arbeit reagiert?“

„natürlich hat easycredit sich nicht getraut, den entwurf umzusetzen – das hätte ich auch nie ernsthaft erwartet – aber vor allem dank kathleen rahn vom kunstverein nürnberg, die in der jury war, haben sie einen eigenen „kreativpreis“ erfunden, den habe ich dann bekommen.“

„werden deine arbeiten in zukunft automobiler?“

„ich werde wohl noch mehr mit autos machen, die kunstakademie hat jetzt einen transporter bekommen, da gibt es auch einen wettbewerb für die gestaltung. im januar kommt dann ein magazin namens panel raus, das habe ich mit einer kollegin angefangen, da wird es auch um abbildung gehen. wobei ich auch noch nichts genaueres weiß, wir haben den künstlern, die wir eingeladen haben, absichtlich keine genaueren vorgaben gemacht.“

künstler, die sich mit autos beschäftigen sind rar. deswegen abonniert actuallyidontknowanythingaboutcars jetzt die website von julian turner und wird in zukunft über die arbeiten aus wien berichten!

links:

julian turner
pressemeldung „kunst bewegt“
gewinner der ausschreibung

easy-credit mini von julian turner
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